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    2/7/2006

    Valentinstag-Gedanken

    Der Wahnsinn, die Liebe und ihre Spielkameraden

    Der Wahnsinn hatte sich entschlossen, seine Freunde zum Kaffee einzuladen.
    Alle Gäste gingen hin und nach dem Dessert schlug der Wahnsinn vor:
    "Lasst uns verstecken spielen!"
    "Verstecken? Was ist das?" fragte die Neugier.
    "Verstecken ist ein Spiel. Ich zähle bis hundert und ihr versteckt euch.
    Wenn ich dann fertig gezählt habe, muss ich euch suchen und der erste,
    den ich finde, ist als nächstes mit Zählen dran."
    Alle akzeptierten, außer die Furcht und die Faulheit.
    "1, 2, 3,..." - fing der Wahnsinn zu zählen an.


    Die Eile versteckte sich als erste - irgendwo, irgendwie.
    Die Schüchternheit, scheu wie üblich, versteckte sich in einer Baumkrone.
    Die Freude rannte durch den Garten, die Traurigkeit fing zu weinen an,
    da sie keinen richtigen Platz zum Verstecken fand.
    Der Neid ging mit dem Triumph und versteckte sich ganz nahe bei ihm
    hinter einem Felsen. Der Wahnsinn zählte immer weiter, während seine Freunde sich versteckten. Die Verzweiflung war verzweifelt als sie feststellte, dass der Wahnsinn
    schon bei 99 angekommen war.


    "HUNDERT!" schrie der Wahnsinn. "Ich fange jetzt an zu suchen!"
    Die erste, die gefunden wurde war die Neugier, denn sie konnte es sich
    nicht verkneifen, aus ihrem Versteck zu kommen um zu sehen, wer als
    erstes geschnappt würde. Als sich der Wahnsinn etwas umsah, entdeckte er
    den Zweifel auf einer Mauer - der wusste nicht, ob es besser sei, sich
    davor oder dahinter zu verstecken. So ging es dann weiter: Er entdeckte
    die Freude, die Traurigkeit, die Schüchternheit...
    Als sie wieder beisammen waren, fragte die Neugier: "Wo ist denn die
    Liebe?"  Niemand hatte sie gesehen.


    Der Wahnsinn fing an, sie zu suchen. Er suchte in den Bergen, Flüssen
    und unter den Felsen - ohne Erfolg. Er sah einen Rosenbusch und ging mit
    Hilfe eines Holzstöckchens zwischen den Zweigen auf die Suche - da
    hörte er plötzlich einen Schrei. Es war die Liebe. Sie schrie, weil ein
    Dorn ihr Auge verletzt hatte. Der Wahnsinn wusste nicht was er tun
    sollte.  Er bat um Verzeihung, flehte um Vergebung und versprach der Liebe, für immer ihre Sehkraft zu werden. Die Liebe akzeptierte die Entschuldigungen.

    Deshalb ist heute die Liebe blind und wird ständig vom Wahnsinn begleitet...

     

     


     

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